Osteopathie und Shiatsu sind beides manuelle Techniken, welche den Selbstheilungsmechanismus des Körpers sehr einfach durch gezielte Impulse aktivieren und fördern. Diese Behandlungen stellen die Gewebemobilität wieder her, erstens durch feinfühlige Berührungen. Zweitens, durch ein Spiel von Druck und Entlastungen auf den Akupunkturmeridianen, welche auf den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin basieren. Indem sie die Einschränkungen des arteriellen, venösen, lymphatischen, zerebrospinalen, nervösen und hormonellen Kreislaufs aufheben, ihre Wirkung ermöglicht die Lebenskraft, die wir „der Atem des Lebens“ oder „Chi“ nennen können. Die Beeinträchtigungen und Fehlfunktionen sind dann nachhaltig aufgelöst.

Das holistische Denken der Osteopathie und dem Shiatsu betrachtet das Lebewesen als untrennbare Einheit. Gesundheit wird nur in einem Zustand des funktionalen Gleichgewichts der Strukturen aus denen sie sich zusammensetzt erreicht. Das heisst, dass der Körper (physische Ebene), die Psyche (emotionale Ebene) und der Geist (spirituelle Ebene) harmonisch und in ständiger Bewegung in Einheit funktionieren. Lebensfaktoren wie Ernährung, Bewegung, Wasser- und Luftqualität, Sonneneinstrahlung, Aktivitäts- und Ruhemuster, Schlaf- und Wachzyklen und sogar das soziale und kulturelle Umfeld beeinflussen diese Einheit.

Der Praktiker versetzt sich in eine Hörposition, in Ruhe und Unbeweglichkeit. Er wird auf nichts warten und nichts wissen müssen. Hier weiss der Therapeut nichts, nur die Gewebe wissen. In diesen Geweben drückt sich das Leben aus, und durch sie, durch ihren unfreiwilligen Mechanismus, wird die Behandlung durchgeführt.

Rollin Becker